Vocemo

Klinische Dokumentation, ohne dass die Aufnahme die Praxis verlässt

· 10 Min. Lesezeit · Vom Vocemo-Team

Die Notizen-Ansicht von Vocemo mit einem Transkript links und einem SOAP-Entwurf rechts

Freed kostet 59 $ im Monat, bei Jahreszahlung 39 $. Heidi verlangt im Clinician-Tarif 150 $ im Monat, bei Jahreszahlung 110 $. Dragon Copilot, Abridge und Suki nennen keinen Preis und gehen über den Vertrieb. Alle verarbeiten das Audio auf ihren Servern. Vocemo transkribiert und entwirft eine SOAP-Notiz auf dem Mac, für 15 $ im Monat. Zertifiziert ist dabei nichts, und ein Arzt muss jede Notiz gegenlesen.

Aufnahme, Transkript mit getrennten Sprechern, SOAP-Entwurf. Alles auf dem Mac.
Veröffentlichte Preise
Freed ab 39 $ im Monat bei Jahreszahlung, Heidi Clinician 150 $
Ohne Preisangabe
Dragon Copilot, Abridge und Suki nur über den Vertrieb
Die lokale Variante
15 $ im Monat, pauschal, ohne Rechnung pro Fall oder pro Platz
Was sie nicht ist
Keine Zertifizierung, keine PVS-Anbindung, ärztliche Prüfung nötig

Gibt es einen Dokumentationsassistenten, der kein Patientenaudio verschickt?

Unter den bekannten Produkten nicht. Dragon Copilot, Abridge, Suki, Freed, Ambience, Nabla und Heidi nehmen das Gespräch auf einem Telefon oder einem Notebook auf und rechnen dann auf der Infrastruktur des Anbieters. Genau deshalb können sie Modelle einsetzen, die auf keinen Praxisrechner passen, und diese Modelle alle paar Wochen austauschen.

Was es daneben gibt, ist eine kleinere Kategorie: ein Rekorder mit Zusammenfassung, der komplett auf dem Rechner vor dir läuft. Er erledigt die beiden berechenbaren Teile der Arbeit, Sprache zu Text und Text zu einem strukturierten Entwurf. Mehr nicht. Das ist kein Ambient-Scribe im Produktsinn. Er sitzt nicht in deinem Ablauf, kennt deine Terminliste nicht und schreibt nichts in die Karteikarte. Es lohnt sich, ihn als anderes Werkzeug zu verstehen und nicht als billigere Version desselben.

Das allgemeine Prinzip steht in KI direkt auf dem Mac. Wie du bei irgendeiner App nachprüfst, wohin sie Daten schickt, steht in lädt deine KI-App Daten hoch.

Was kosten die Systeme pro Ärztin und Monat?

Zwei von fünf nennen einen Preis. Drei nicht. Das sagen wir lieber deutlich, statt Zahlen aus Vergleichsblogs abzuschreiben. Die schwanken um den Faktor vier, und keine davon steht auf einer Anbieterseite.

Diagram: Klinische Dokumentation, ohne dass die Aufnahme die Praxis verlässt
WerkzeugWohin das Audio gehtVeröffentlichter Preis
Dragon CopilotIn die Cloud von MicrosoftKeiner. Die Produktseite führt zu einem Kontaktformular, der Preis kommt aus dem Vertrieb
AbridgeAuf die Server von AbridgeKeiner. Es gibt keine Preisseite, Verträge laufen über den Vertrieb
SukiAuf die Server von SukiKeiner. Es gibt keine Preisseite
FreedAuf die Server von FreedStarter 59 $ im Monat, bei Jahreszahlung 39 $, bis 40 Notizen. Premier 119 $, jährlich 104 $. 7 Tage Test
HeidiAuf die Server von HeidiEs gibt einen Gratis-Tarif. Clinician 150 $ im Monat, jährlich 110 $. 14 Tage Test in den Bezahltarifen
VocemoBleibt auf deinem Mac15 $ im Monat oder 144 $ im Jahr, also 12 $ im Monat. 7 Tage Test

Wenn dir lieber wäre, dass das alles auf deinem eigenen Mac läuft: genau das macht Vocemo. 7 Tage kostenlos, danach 15 $ im Monat für 3 Macs.

Kostenlos für Mac laden

Preise geprüft im September 2026, jeweils auf der Seite des Anbieters. Wo ein Anbieter nichts veröffentlicht, steht hier auch nichts. Schätzungen Dritter für die grossen Produkte reichen von etwa 200 $ bis 600 $ pro Person und Monat. Das sind Schätzungen von Leuten, die nicht der Anbieter sind, also behandle sie als Gerücht.

Die Form des Marktes ist auch ohne diese drei Zahlen klar. Ambient-Dokumentation wird pro Person und Monat verkauft, dauerhaft. Ein mittlerer Tarif kostet im Jahr mehr als das Notebook, auf dem er läuft. Für eine Einzelpraxis sind Heidis 150 $ im Monat 1.800 $ im Jahr.

Warum läuft praktisch jeder dieser Dienste in der Cloud?

Vier Gründe, und keiner davon ist Bequemlichkeit.

  1. Modellgrösse. Die Modelle, die eine wirklich brauchbare Notiz schreiben, sind gross. Sie schnell laufen zu lassen braucht mehr Speicher, als in den meisten Praxisrechnern steckt.
  2. Anbindung an die Praxissoftware. Der Wert liegt vor allem darin, wo die Notiz landet. Ein Schreibzugriff auf ein Praxisverwaltungssystem braucht eine Integration auf der Serverseite, Zugangsdaten und eine Partnerschaft.
  3. Geräte. In einer Praxis liegen iPhones, Android-Telefone und gemeinsam genutzte Rechner herum. Ein Server hält alles synchron.
  4. Weiterentwicklung. Vorlagen für Fachrichtungen und Prüfroutinen ändern sich wöchentlich. Das auf einen Server auszuliefern geht schneller als auf tausend Notebooks.

Das sind echte technische Gründe. Sie bedeuten aber auch, dass eine Aufnahme aus dem Behandlungszimmer zu einem Dritten wandert und dort verarbeitet wird. Genau darum geht es im Rest dieser Seite.

Was heisst Schweigepflicht für externe Dienstleister?

Vorweg, damit es klar ist: das hier ist eine Beschreibung der Regeln, keine Rechtsberatung. Was in deiner Praxis gilt, klärst du mit deiner Kammer, deinem Datenschutzbeauftragten oder einer Kanzlei.

Paragraf 203 StGB stellt es unter Strafe, wenn eine Ärztin ein anvertrautes Geheimnis unbefugt offenbart. Seit 2017 regelt Absatz 3 ausdrücklich, dass die Einbindung sonstiger mitwirkender Personen kein Offenbaren ist, soweit sie für die Tätigkeit erforderlich ist. Ein IT-Dienstleister kann so eine mitwirkende Person sein. Absatz 4 hängt daran eine Pflicht: wer die mitwirkende Person nicht zur Geheimhaltung verpflichtet, macht sich selbst strafbar.

Der Weg über einen Cloud-Anbieter ist also gangbar. Er ist nur nicht umsonst zu haben. Er verlangt eine Verpflichtung zur Verschwiegenheit, einen Vertrag zur Auftragsverarbeitung nach Artikel 28 DSGVO, einen Eintrag im Verzeichnis der Verarbeitungstätigkeiten und meistens eine Datenschutz-Folgenabschätzung, weil Gesundheitsdaten nach Artikel 9 DSGVO besondere Kategorien personenbezogener Daten sind.

Wenn die Aufnahme den Rechner nicht verlässt, gibt es in diesem Schritt keine mitwirkende Person und keinen Auftragsverarbeiter. Es gibt schlicht niemanden, der etwas bekommt. Das ist eine Aussage darüber, wohin Daten wandern, und keine Aussage darüber, ob du damit alle Pflichten erfüllst. Die Dokumentationspflicht aus Paragraf 630f BGB bleibt, samt der zehn Jahre Aufbewahrung. Deine eigene Bewertung bleibt auch.

Was kann ein Mac allein?

Die beiden berechenbaren Teile der Arbeit, mehr nicht.

Transkription. Das Gespräch aufnehmen oder eine Datei importieren, die du anders aufgenommen hast. Die Spracherkennung läuft auf dem Prozessor des Mac, mit Trennung der Sprecher, sodass Behandelnde und Patient unterscheidbar bleiben. Nichts wird hochgeladen.

Entwurf. Ein lokales Sprachmodell macht aus dem Transkript eine strukturierte Zusammenfassung nach Vorlage. SOAP ist dabei, ausserdem DAP und BIRP für die psychotherapeutische Arbeit. Der Entwurf steht auf dem Bildschirm. Du korrigierst ihn, druckst auf Kopieren, und der Text liegt in der Zwischenablage.

Fachvokabular. Neun bearbeitbare Wortlisten sind dabei, darunter eine medizinische, eine zahnmedizinische und eine veterinärmedizinische. Sie gewichten Begriffe stärker, die die Erkennung sonst verhaut. Du kannst sie bearbeiten, also trägt eine Kardiologie andere Wirkstoffnamen ein als eine Dermatologie.

Voraussetzung ist macOS 13 oder neuer auf Apple Silicon. Der Installer ist 5,5 MB gross, weil kein Modell darin steckt. Modelle laden beim ersten Benutzen einer Funktion und beenden sich nach 120 Sekunden ohne Arbeit, sodass zwischen zwei Patienten nichts im Speicher hängt.

Was kann die lokale Variante nicht?

Die ehrliche Liste, denn die Lücken entscheiden, ob das in deiner Praxis taugt.

Wie passt das zu KBV, Praxissoftware und Telematikinfrastruktur?

Gar nicht, und das ist der wichtigste Satz dieses Abschnitts. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung zertifiziert Praxisverwaltungssysteme und führt ein Verzeichnis zertifizierter Software. Ein Diktier- und Zusammenfassungswerkzeug ist kein Praxisverwaltungssystem und taucht in so einem Verzeichnis nicht auf. Es ersetzt weder deine Praxissoftware noch den Konnektor noch irgendeine Anwendung der Telematikinfrastruktur.

Praktisch heisst das: du behältst dein PVS und alles, was daran hängt. Der lokale Entwurf landet über die Zwischenablage im Textfeld deiner Software. Das ist ein Handgriff mehr als bei einem integrierten Produkt, und wenn dich genau dieser Handgriff stört, ist ein integriertes Produkt die richtige Wahl.

Für wen ist das etwas, und für wen nicht?

Für eine schmale Gruppe. Es ist besser, das zu sagen, als zu viel zu versprechen.

Es passt in eine Einzel- oder kleine Gemeinschaftspraxis auf Macs, mit einer Software, in die du gern einfügst, und wenn der Einwand gegen die Cloud das Audio ist und nicht der Preis. Es passt in Psychiatrie und Psychotherapie, wo der Inhalt der Aufnahme die empfindlichste Kategorie von Gesundheitsdaten überhaupt ist. Es passt, wenn die Übermittlung in ein Drittland der wunde Punkt ist, denn es wird nichts übermittelt. Und es passt bei Patienten, die direkt fragen, wer das noch hört, weil die Antwort kurz ist.

Es passt nicht in ein Krankenhaus, nicht in ein grosses MVZ, nicht für Kodierung und Abrechnung, nicht für alle, die die Notiz ohne Einfügen in der Akte brauchen, nicht unter Windows und nicht dort, wo eine Informationssicherheitsabteilung einen benannten Auftragsverarbeiter mit Prüfbericht verlangt. Dann ist ein Cloud-Dienst mit ordentlichem Vertrag die richtige Antwort, und Freed mit 39 $ im Monat bei Jahreszahlung ist ein vernünftiger Startpunkt am Selbstbedienungsende des Marktes.

Was du auch nimmst, der letzte Schritt bleibt gleich. Entwurf lesen, korrigieren, selbst freigeben. Preise geprüft im September 2026.

Questions

Was kostet ein KI-Dokumentationsassistent im Monat?

Freed nennt 59 $ im Monat, bei Jahreszahlung 39 $, für den Starter-Tarif, und 119 $ beziehungsweise 104 $ für Premier. Heidis Clinician-Tarif liegt bei 150 $ im Monat oder 110 $ bei Jahreszahlung. Dragon Copilot, Abridge und Suki nennen keinen Preis und rechnen über den Vertrieb ab.

Gibt es einen Dokumentationsassistenten, der offline arbeitet?

Keines der bekannten Produkte läuft offline. Was es gibt, ist Transkription und Zusammenfassung direkt auf dem Gerät, etwa Vocemo auf Macs mit Apple Silicon. Das nimmt das Gespräch auf und entwirft lokal eine SOAP-Notiz. Es hat keine Anbindung an eine Praxissoftware und keine Zertifizierung, und jede Notiz braucht eine ärztliche Prüfung.

Ist ein lokales Werkzeug DSGVO-konform?

Kein Werkzeug ist für sich genommen DSGVO-konform, und Vocemo behauptet keine Konformität und hält keine Zertifizierung. Sachlich ist nur dies: das Audio bleibt auf dem Mac, also bekommt es kein Anbieter, und für diesen Schritt gibt es keinen Auftragsverarbeiter. Die Bewertung, dein Verzeichnis der Verarbeitungstätigkeiten und die Gerätesicherheit bleiben deine Aufgabe. Das ist keine Rechtsberatung.

Brauche ich einen Auftragsverarbeitungsvertrag für eine App auf meinem eigenen Rechner?

Ein Vertrag nach Artikel 28 DSGVO regelt eine Stelle, die personenbezogene Daten in deinem Auftrag verarbeitet. Wenn Aufnahme und Transkript den Mac nie verlassen, gibt es in diesem Schritt keine solche Stelle. Das beschreibt den Datenweg und ersetzt keine juristische Prüfung. Kammer, Datenschutzbeauftragte oder Kanzlei beantworten das für deine Praxis.

Darf ich mich als Ärztin auf eine erzeugte Notiz verlassen?

Nein. Sprachmodelle machen Fehler, und die gefährlichsten lesen sich flüssig: vertauschte Seitigkeit, eine verschwundene Verneinung, eine erfundene Dosis, ein übersehenes Warnzeichen. Jeder Entwurf aus jedem Produkt dieser Kategorie ist ein Anfang. Gegenlesen und freigeben bleibt ärztliche Arbeit.

Schreibt ein lokales Werkzeug die Notiz in mein Praxisverwaltungssystem?

Nein. Es gibt keine Anbindung an ein PVS, keinen Zugriff auf die Telematikinfrastruktur und keine Abrechnungsdaten. Die Notiz geht per Knopfdruck in die Zwischenablage, und du fügst sie ein. Wenn das automatische Rückschreiben der Grund für den Kauf ist, brauchst du ein Produkt mit genau dieser Integration.

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